Wenn du in einem Loch sitzt: Hör auf zu graben.

In gut zwei Wochen ist Bundestagswahl. Die Themen des Wahlkampfs sind von den Parteien sorgsam ausgewählt. Meines Erachtens werden von der GroKo bewusst heiße Eisen nicht angefasst.

  • Wie soll die Energiewende wirklich gelingen?
  • Wie schafft die „systemrelevante“ Autoindustrie den Ausstieg vom Verbrennungsmotor?
  • Wie kann das Rentensystem und die private Altersvorsorge stabilisiert werden, um Altersarmut zu vermeiden?

Im Juni erschien das lesenswerte Buch von Bankenberater Dr. Markus Krall „Der Draghi Crash“. Eigentlich wollte der Volkswirt gezielt „den Bundestagswahlkampf befeuern“. Haben Sie schon einen Politiker darüber reden hören? Ich nicht.  Dieses Thema – ein superheisses Eisen – passt nicht zur „Weiter so“-Mentalität.

Das Buch beginnt mit einem überraschenden Vorwort durch Abtprimas Emeritus Dr. Notker Wolf, ehemals oberster Benediktiner.

Krall erklärt, er habe anderthalb Jahre lang an einer Analyse gesessen, die er dann Kollegen aus Wirtschaft und Wissenschaft vorgelegt habe. Diese hätten ihn anschließend dazu gedrängt, die Erkenntnisse zu veröffentlichen. Und diese Erkenntnisse haben es in sich:

  1.  Die Nullzinspolitik führt zum nächsten großen Finanzcrash.

    Nach Meinung des Autors könnte das verheerende Folgen haben: Er spricht von bis zu fünf Millionen weiteren Arbeitslosen — allein in Deutschland. Hintergrund dafür sei, dass unproduktive und schlechte Unternehmen durch die Nullzinspolitik der EZB gefördert werden. Aus wirtschaftlicher Sicht seien viele Firmen zu schlecht, um zu existieren— in einer freien Marktwirtschaft würden sie nicht überleben. Durch die planwirtschaftliche Haltung der EZB würden die „künstlich am Leben gehaltenen Unternehmen“ immer mehr Schulden bei den Banken machen, Krall spricht von 2.500 Milliarden Euro. Sollte diese Blase platzen, würden die Banken pleite gehen.

  1. Die EZB verhalte sich verantwortungslos

    Krall kritisiert EZB-Chef Draghi besonders stark, unterstellt ihm planwirtschaftliche Geldpolitik, also zu hohe institutionelle und staatliche Einflussnahme. Die EZB verfolge „bestimmte Ziele“, deren Nebenwirkungen „entweder nicht erkannt, oder schlicht in Kauf genommen“ würden. Beide Szenarien seien „verantwortungslos“, sagt er. Die Entlastung der südlichen Länder werde über die finanzielle Stabilität nordeuropäischer Länder gestellt.

  1. Sein Ziel: In der sensiblen politischen Phase des Landes die Geld-Debatte anzustoßen.

    Wie soll denn diese Zinswende finanziert werden? Sind die „Problemländer“ in der Lage zwei bis drei Prozent höhere Kreditzinsen (erst dann könnte man von Zinswende reden) zu verkraften? Griechenland, Japan, Italien, Portugal, sogar Frankreich …? – nie und nimmer. Selbst die USA müsste, bei derzeit etwa 20 Billionen Schulden, pro ein Prozent Kreditverteuerung 200 Mrd. US-Dollar mehr berappen (über noch höhere Schulden finanzieren). Das aktuelle Haushaltsdefizit würde sich bei drei Prozent höheren Zinsen in etwa verdoppeln. Trotz Niedrigzinsphase steigen dort Zinsausgaben relativ sowohl zu den Steuereinnahmen als auch zum BIP.

Krall will ganz bewusst zeigen, dass es der kleine Mann ist, der am Ende die Zeche zahlt. Die Anzeichen und die geldpolitische Lage seien so prekär, dass er zu drastischeren Mitteln greift. „Um der Situation gerecht zu werden, braucht es eigentlich einen öffentlichen Aufschrei.“

„Der Draghi Crash“  ist ein wirklich lesenswertes Buch, das mit folgendem Zitat beginnt: „Wenn du in einem Loch sitzt: Hör auf zu graben.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Geldanleger können sicherlich nicht viel an dieser Politik ändern. Aber sie sollten ihr Vermögen auf alle Eventualitäten vorbereiten und in Sachwerte investieren. Solaranlagen sind weiterhin unsere erste Empfehlung. Diese Strategie ist übrigens auch dann erfolgversprechend, wenn das System am Laufen gehalten werden kann.

Gerne stehen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch Rede und Antwort. Kraus Finanz empfiehlt Geldanlagen in Sachwerte.

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