Niedrigzins als neue Normalität

Am Donnerstag wurde eine Studie von zwei Ökonomen der amerikanischen Notenbank vorgestellt, die in Fachkreisen international Aufsehen erregt: Michael Kiley und John Roberts untersuchten die langfristigen Aussichten von Zins und Inflation. Sie erklären den Niedrigzins zur neuen Normalität und werfen die Frage auf, ob in einem solchen Umfeld nicht auch eine Inflationsrate von 3 Prozent tolerierbar sei. Die amerikanische Wirtschaft zieht an, der Arbeitsmarkt ist in guter Verfassung.

Kiley und Roberts stellen zur Diskussion, dass die FED in wirtschaftlich guten Zeiten nicht sklavisch an der Obergrenze von 2 Prozent festhalte, sondern temporäre Überschreitungen bis 3 Prozent toleriere. Das hätte zur Folge, dass sich die FED bei den nächsten Leitzinserhöhungen noch stärker zurückhielte als derzeit.

FED-Vorsitzende Janet Yellen hat auf ihrer jüngsten Pressekonferenz das Inflationsziel von 2 Prozent als „symmetrisch“ bezeichnet. Das interpretieren die Experten, dass die magische „2 Prozent“ nicht als Obergrenze zu verstehen ist sondern eher als ein mittlerer Wert mit Ausschlägen nach unten und oben.

Auch in Großbritannien ist die Inflationsrate im Februar auf 2,3 % gestiegen. In Deutschland hat der Verbraucherpreisindex mit 2,2 Prozent den höchsten Wert seit mehr als 5 Jahren. Beide Notenbanken machen bisher keine Anzeichen, die Leitzinsen zu erhöhen.

Den für die Staatshaushalte verantwortlichen Politiker kommt diese Entwicklung sehr gelegen. Auf Grund der immensen Staatsverschuldung in allen Industrienationen ist der Nullzins in Kombination mit einer hohen Inflation die beste Möglichkeit sich zu entschulden, zumindest den Haushalt im Griff zu haben, ohne sich durch Sozialkürzungen im Wahljahr unbeliebt zu machen.

„Im Grunde ist der Unterschied zwischen den Sparern in Zypern einerseits und denen in den USA oder Deutschland gar nicht so groß“, sagt bereits 2013 Saumil Parikh, Mitglied des Investment-komitees von Pimco. Die Allianz-Tochter ist einer der weltgrößten Investoren. „Die Enteignung geschieht in dem einen Fall auf einen Schlag, im anderen schleichend. Am Ende ist das Ergebnis dasselbe: Diejenigen, die Geld zurückgelegt haben, werden zur Kasse gebeten, zugunsten derjenigen, die Schulden haben.“

Diese seit Jahren andauernde Entwicklung wird jetzt offensichtlich. Aus Sicht der Geldanleger ist diese schleichende Enteignung dramatisch. Die Auswirkungen habe ich in meinem letzten Blog am 16.03.2017  beschrieben.

Als Geldanleger hat man meines Erachtens nur eine Möglichkeit, diesem Dilemma zu entkommen: Wir empfehlen Geld in Sachwerte anzulegen.

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