Wirtschaftspolitische Unsicherheit ist Ende 2018 höher als nach 9/11

Der Index der globalen Unsicherheit, ein Maß für die Unberechenbarkeit in 20 Ländern, erreichte im November ein Rekordniveau. Die Wirtschaftspolitische Unsicherheit ist Ende 2018 höher als nach 9/11. Der Index wurde von drei renommierten amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlern entwickelt und basiert auf drei Komponenten.  Zum einen auf der Häufigkeit, die die zehn amerikanischen führenden Wirtschaftszeitungen (u. a. Washington Post, Los Angeles Times,  New York Times und  Wall Street Journal) die Wirtschaftspolitik als „unsicher“ oder „unsicher“ bezeichnen. Die zweite Komponente des Index stützt sich auf Berichte des Congressional Budget Office (CBO), die Listen mit vorläufigen amerikanischen Bundessteuerbestimmungen aufstellt.

Die dritte Komponente des politikbezogenen Unsicherheitsindex stützt sich auf die Umfrage der professionellen Prognostiker der Federal Reserve Bank of Philadelphia. Es werden Prognosen über das zukünftige Niveau des Verbraucherpreisindex, die Ausgaben des Bundes und die Ausgaben des Staates und der Kommunen gewichtet, um Unsicherheitsindizes für politikrelevante makroökonomische Variablen zu erstellen.

Die USA, China und die Eurozone, die zu den größten Bestandteilen des Index zählen, sehen individuell hohe Unsicherheiten, so Scott Baker, Professor für Finanzen an der Kellogg School of Management von Northwestern, einer der drei Gründer des Index.

Handelsspannungen zwischen den USA und China sowie eine Abschwächung in mehreren europäischen Ländern tragen dazu bei. „Der Wachstumsrückgang im letzten Monat in mehreren europäischen Ländern schafft Unsicherheit“, sagte Baker. „Wenn es der Wirtschaft gut geht, besteht weniger Bedarf für die Regierung, etwas zu unternehmen.“  Durch die hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit stehen die Prognosen für das globale Wachstum schlecht. In den USA erhöhte der Regierungsstillstand den Index im Januar auf ein Rekordhoch und übertraf damit die nach dem 11. September erreichten Werte. Die Amerikaner waren sich unsicher, wie ein Regierungsstillstand die Wirtschaft beeinflussen könnte. „Viele Zeitungsartikel beschreiben Ungewissheit über die zukünftige Politik der Regierung“, sagte Baker.

Der Unsicherheitsmesser der US-Wirtschaftspolitik  ist aktuell sehr hoch

Aufgrund der negativen Aufmerksamkeit haben sich die Aussichten der Verbraucher zum aktuellen Zustand der Volkswirtschaft „im Januar aufgrund der Schließung erheblich abgeschwächt“. Die wirtschaftlichen Bedingungen werden negativ beurteilt.

Niedrige Zinsen, Schuldenkrise und drohende Rezession

Das Ziel der Nullzinspolitik bestand in der Stützung des immer fragiler gewordenen Finanzsystems. Also übernahmen die Zentralbanken einen Teil der ausstehenden Schulden in ihre Bilanzen, um im Gegenzug sie als Zentralbankgeld in die Märkte zu pumpen. Die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und Privathaushalten – dem Hauptauslöser der Finanzkrise – ist seit Beginn der Krise um 30% auf aktuell 244 Billionen USD gestiegen.

Und sie wird weiter steigen! Aufgrund der daraus resultierenden höheren Systemanfälligkeit, sollte wieder mehr Zentralbankhilfe erforderlich werden. Im Klartext: Die Bilanzen der Zentralbanken sollten in Zukunft eher weiter wachsen, so dass bis auf weiteres mit niedrigen Zinsen gerechnet werden muss. Denn anders würde die Zinslast nicht mehr zu bewerkstelligen sein. Hohe Schulden erzeugen Entwertungsprozesse.

Die Politik der „financial repression“ wird weitergehen, wodurch reinen Geldanlagen (z.B. Spareinlagen, Staatsanleihen, Lebensversicherungen usw.) weitere reale Wertverluste drohen.

In der Eurozone mehren sich die Anzeichen konjunktureller Schwächen. Ifo-Präsident Clemens Fuest erklärt: „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung“. Diverse politische Risiken könnten zusätzlich belasten, vom Brexit hin zum eskalierenden Handelskonflikt zwischen China und den USA. Sofern sich Wachstumsaussichten tatsächlich deutlich verschlechtern sollten, muss mit der Wiederaufnahme der Nettozukäufe durch die EZB gerechnet werden, was auf die Renditen weiter drücken würde.

Geldanleger stehen vor großen Herausforderungen

Wer sich mit etwas Abstand die weltpolitische Gemengelage ansieht, wird zu dem Ergebnis kommen, dass die Zinsen in absehbarer Zeit nicht steigen werden.  Wer nichts unternimmt und sein Geld weiter auf Bankkonten verstauben lässt, muß sich mit der finanziellen Repression, das heißt der schleichenden Entwertung seines Vermögens arrangieren.  Wir empfehlen daher weiter in Sachwerte zu investieren – aber abseits vom Mainstream.  Gerne stehen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch oder Telefonat Rede und Antwort.

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